Give the future, not presents!

COP25 in Madrid war also nix. Vielleicht nicht überraschend, vielleicht doch – nach all dem Schwung der „Fridays For Future“ Bewegung. Was nun? Was können wir als Zivilgesellschaft tun, welche Hebel haben wir?

Ich habe heute einen Artikel im Treehugger gelesen, der mich nachdenklich gemacht hat. Die Überschrift „Give the future, not presents!“ hab ich gleich geklaut, denn die ist einfach so gut und für sich sprechend, dass sie nicht zu toppen ist. In diesem Artikel geht es um die Idee, einen Weihnachtsstreik für das Klima zu machen. Eigentlich eher einen Konsumstreik. Das kommt zwar ein bisschen spät, leuchtet aber ein: Der Hinweis auf den ökologischen Fußabdruck, den Weihnachten hinterlässt, ist ein Hammer: All die Geschenke wurden ja auch hergestellt, meist mit viel Energieaufwand, sie wurden verarbeitet, transportiert, verpackt, werden dann nochmals von uns verpackt. Es wird unglaublich viel gegessen und die Reste weggeworfen. Wir reisen, um Verwandte zu besuchen etc. Umweltbedingt also – diplomatisch formuliert – gar nicht gut.

Die erste Frage ist also: Was davon können wir „bestreiken“, also weglassen oder anders machen? Der Artikel schlägt Skypegespräche statt Reisen vor, Spenden an Baumpflanz-Organisationen oder Zeitgeschenke statt Zeug, Potluck und Restlessen statt üppigem Festtagsmahl.

Doch meine Gedanken gingen gleich einen Schritt weiter – vor allem, weil die Weihnachtssache bei den meisten sowieso schon unter Dach und Fach ist. Es gibt allerdings auch noch andere Feiertage. Die meisten davon werden kommerziell ausgeschlachtet und damit auch ihres Sinns beraubt. Mit Deko, Ver- und -kleidung und Schenken von Unmengen an Zeug möchten wir unseren Liebsten das sagen, was wir nicht mehr anders auszudrücken vermögen.

Was wäre, wenn wir einfach diese Kommerzialisierung bestreiken würden? Dabei geht es nicht um Verzicht, sondern um ein politisches Signal. Der Handel, die Konzerne sind sehr empfindlich, was ihren Umsatz anbelangt. Diese Sprache verstehen sie am allerbesten und die Politik detto. Als Konsument*innen haben wir damit ein schönes Stück Macht. Und außerdem: Wollen wir uns wirklich mit der Rolle der Konsument*innen zufrieden geben? Ist das der Sinn und Zweck unserer Existenz? Für meinen Geschmack gibt es auch viel zu viel Wind um „nachhaltigen Konsum“. Als würde das allein die Zukunft retten!

Was wäre, wenn wir all das weglassen würden? Uns all die Zeit, die Energie, das Geld sparen? Der Umwelt die Verschwendung, Verschmutzung und Ausbeutung ersparen? Wenn wir uns damit den Raum schaffen würden, uns auf das zu konzentrieren, was uns wirklich wichtig ist? Was wir einander wirklich sagen wollen?

Wer von euch kann der Idee von Konsumstreiks, vor allen zu den diversen Feiertagen, etwas abgewinnen? Wie ließe sich das organisieren? Schreibt mir eure Kommentare dazu! [Ira]

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2 Kommentare

  1. Du das mache ich schon lange ;-)))) und habe schon über Weihnachten oder vor Weihnachten gefastet ;-))) Und Geschenke gibt’s eh keine mehr.
    Freut mich aber, wenn jetzt noch mehr diese Idee aufgreifen und wir mehr werden 😉
    Alles Liebe Kirsten

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