Das war das greenskills-Symposium 2022

Wenn DAS keine Schatzkiste ist …!

Das greenskills-Symposium 2022 stand unter dem Titel “Zukunftsfähige Lebensräume gemeinsam gestalten” und war ein voller Erfolg in vielerlei Hinsicht: Endlich wieder mal Menschen live zu sehen, positive herzliche Stimmung, alles bestens organisiert vom greenskills-Team, das Unglaubliches geleistet und auf die Beine gestellt hat, tolle Unterstützung seitens der BOKU und strahlender Sonnenschein für Outdoor-Kaffeepausen. Doch im Mittelpunkt standen natürlich die exzellenten Beiträge von erfahrenen Gestalter:innen sowie die hybride Natur der Veranstaltung, die durch die wunderbare DorfUni ermöglicht wurde. Lokale Bildungsteams aus den Bundesländern konnten so aktiv am Symposium teilnehmen, die Inhalte auf ihre lokalen Gegebenheiten anpassen, daraus nächste Schritte ableiten und sie wiederum ans Plenum kommunizieren.

Vor Ort musste man sich für eines der drei Themen “Lebensräume”, “Gemeinsam” und “Gestalten” entscheiden. Niemand konnte also alles sehen, hören und erleben. Umso wertvoller ist diese Video-Schatzkiste, die greenskills und die DorfUni zusammengestellt haben und die wir dankenswerterweise verwenden dürfen.

In einem früheren Blogbeitrag haben wir bereits über die Hintergründe und Kooperationen des Symposiums berichtet. Nun kannst du dir jede Menge ganz konkrete mutmachende Beispiele ansehen, wie der Mut zum Wir Menschen geholfen hat, Mut vor Ort zu entwickeln und beeindruckende Projekte und Initiativen auf die Beine zu stellen:


Regionen nach innen entwickeln ist das Gebot der Stunde

Gernot Stöglehner
Universität für Bodenkultur in Wien

Prof. Dr. Gernot Stöglehner ist Professor und Leiter des Instituts für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung sowie Koordinator des Energieclusters an der BOKU und Gastgeber des greenskills Symposiums 2022.

Durch Innenentwicklung der Dörfer und Städte kann Lebensqualität verbessert, Grünland erhalten, Biodiversität geschützt und die Klimakrise bekämpft werden. Dafür sind die Baulandgrenzen möglichst nahe am Bestand zu ziehen und alte Gemäuer in den Ortskernen mit neuem Leben zu erfüllen. Und es braucht engagierte Politiker*innen, Hauseigentümer*innen sowie Menschen mit neuen Ideen.


Zukunftsregionen brauchen Beteiligung

Kriemhild Büchel-Kapeller
Büro für Freiwilliges Engagement

Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller vom Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung der Vorarlberger Landesregierung ist Expertin für Sozialkapital und nachhaltige Gemeinde- und Regionalentwicklung sowie Mitglied des APCC-Steering Committees für Landnutzung, Landmanagement und Klimawandel.

Bei ihrem Vortrag teilt sie ihre langjährigen Erfahrungen mit konstruktiven Beteiligungsformaten. Denn Zukunft kann nur gemeinsam gelingen und eine lebendige Beteiligungskultur ist Motor für gesellschaftliche Veränderung. Es geht um einen neuen Weg der Mitverantwortung und Akzeptanz sowie Co-Kreation, die bei Transformationsprozessen wichtige Erfolgskriterien für die Neuausrichtung sind.


Von den großen Visionen zum lokalen Gestalten

Günther Humer
Oö. Zukunftsakademie

Dipl.-Ing. Günther Humer, MSc, ist in der Zukunftsakademie des Landes Oberösterreich für den Themenbereich Innovative Regionen, die Leitung der Agenda 21 und die Nachhaltigkeitskoordination zuständig. Dabei geht es um die Verbindung von thematischer Zukunftsarbeit des Landes auf der Grundlage der 17 SDGs mit konkreten Zukunfts- und Beteiligungsprozessen auf lokaler Ebene. Beispielhafte aktuelle Schwerpunktthemen sind „Gemeinschaftliche Multifunktional-WIRzHÄUSER“, „Neue Wohnmodelle für junge Menschen“ oder „Urbane Qualitäten für ländliche Regionen“. Unterstützt werden die lokalen Projekte mit dem Agenda 21 Fördermodell, zahlreichen Info- und Begleitformaten sowie Lehrgängen. „Denn die Herausforderungen können vor allem dann positiv beantwortet werden, wenn die Menschen vor Ort mit ihren Potenzialen, Talenten und Bedürfnissen zu Co-GestalterInnen einer „nachhaltigen“ Zukunft werden.


Organische Neugestaltung und Belebung der Dorfmitte

Rainer Rosegger i.V. v. BGM Fritz Pichler
Lebensraum Stanz

Wie viele andere ländliche Gemeinden war Stanz im Mürztal mit Abwanderung, massiven Leerständen im Ortszentrum, Ausdünnung von Versorgungs-Infrastrukturen und einer schwachen öffentlichen Verkehrsanbindung konfrontiert. Doch verfolgte Fritz Pichler als neuer Bürgermeister und Teil einer überparteilichen Bürgerinitiative ab 2015 eine konsequente, strategisch ausgerichtete Kommunalentwicklung zur Stärkung des Ortszentrums, der Schaffung von Möglichkeiten zur auf kommunaler Ebene sowie der Aktivierung der Zivilgesellschaft. Aufbauend auf den Erfolgen der letzten Jahre engagiert sich die Gemeinde und die Bevölkerung im Bereich der kommunalen Energiewende. Soziale Innovation bildet dabei die Grundlage für den „Stanzer Weg“ hin zum “Smart Village”- Vorzeigeprojekt auf nationaler und europäischer Ebene.


Zusammenleben in Gemeinden und digitale Werkzeuge

BGM Johannes Pressl
Ardagger – NÖ Gemeindebund

Als Bürgermeister von Ardagger hat Johannes Pressl die Vision einer Gemeinde, die das Beste aus realer und digitaler Kommunikation miteinander verbindet. Mit Projekten in Richtung digidorf2030 sollen sämtliche Verwaltungsakte von überall digital durchgeführt werden können. Zudem ist Johannes Pressl ein wahrer Medienprofi: Seit der Pandemie schickt er täglich einen Frühstücksblog und neuerdings auch Videos auf TikTok raus, um die Gemeindethemen trotz „Lockdowns“ unter die Leute zu bringen. Denn nur informierte Bürger*innen beginnen sich auch für ihre Gemeinde zu engagieren. Und das ist dann demokratiepolitische Nahversorgung.


Bürgerbeteiligung in Trofaiach

Marieluise Brandstätter
nonconform in Trofaiach

Am Beispiel Trofaiachs erklärt Marieluise Brandstätter wie man Menschen zum Mitmachen bewegt. Denn nach dem Motto „miteinander weiter denken“ ist Architektur für nonconform mehr als das Planen neuer Gebäude. In unkonventionellen Beteiligungsprozessen erarbeitet das interdisziplinäre Team gemeinsam mit den Nutzer*innen und Schlüsselakteur*innen tragfähige Organisations- und Raumkonzepte für ein lebendiges Lebensumfeld – egal ob in Dorfzentren, Stadtquartieren oder auch Unternehmen.

Marieluise Brandstätter begleitet bei diesem Projekt nun die nächsten Schritte in Richtung Nachhaltigkeit. Denn mit der Agenda 2030 hat Trofaiach das Ziel, zumindest 5 der 17 SDG´s auf lokaler Ebene umzusetzen.


Nachhaltig leben. Vom Reden ins Tun kommen

Beatrix Altendorfer
Nachhaltig in Graz

Beatrix Altendorfer hat sich zum Ziel gesetzt, die Grazer Bürger*innen mit Tipps für den nachhaltigen Alltag zu versorgen. Mit dem Verein “Nachhaltig in Graz” informiert und motiviert sie seit 2017 zu einem Ressourcen schonenderen und klimabewussten Leben. Auf vielfältige und inspirierende Weise werden über die Webseite, den Terminkalender, eine mobile App sowie einen Nachhaltigkeitsladen wissenswerte Anregungen und Hinweise vermittelt, Denkanstöße geliefert, Möglichkeiten aufgezeigt und Engagement gefördert. Es geh vor allem um Ressourcenschonung, Bewusstseinsbildung und der Verein hat die Grazer Nachhaltigkeitsszene bereits stark geprägt und sich eine große Reichweite erarbeitet.


Kultur als lokale Alchemie für die Jugend

Günther Friesinger
KOMM.st – Kulturelle Nahversorgung in der Oststeiermark

Günther Friesinger ist neben vielen anderen Aktivitäten auch Mitbegründer der Kulturiniative KOMM.ST bei Weiz, aus der auch die Kulturelle Nahversorgung Oststeiermark hervor gegangen ist. Diese versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe sowie als Koordinationsstelle, die regionale Energien bündelt und Kunst- und Kulturveranstalter*innen mit anderen zusammenbringt. Sie versorgen vor allem die junge oststeirische Bevölkerung mit diversen Veranstaltungen, Musikfestivals etrc. indem sie alte, leerstehende Häuser bespielen und zu Kulturorten transformieren. Das Netzwerk will Impulse geben und junge kreative Köpfe ansprechen, sie zusammenbringen und unterstützen, indem sie eine Bühne bekommen. Denn wenn diese vor Ort eine Chance haben, vielleicht sogar wieder zurück aufs Land kommen oder multilokale Lebensformen entstehen, können sie zur Quelle von Inspiration und Lebendigkeit werden.


Kreative Ideen, Vernetzung und Kooperationen schaffen zukunftsfähige Lebensräume

Sabine Pommer
Otelo + KEM-Region Vöckla-Ager

Sabine Pommer hat als Managerin des Technologiezentrums Attnang gemeinsam mit dem Martin Hollinetz schon vor 12 Jahren das 1. Otelo gegründet und ist aktives Mitglied im Vorstand das Vereins Otelo Vöcklabruck. Als KEM Managerin der Klima- und Energiemodellregion Vöckla-Ager, verfolgt sie das Ziel gemeinsam mit allen Akteur*innen bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Auf dem Weg zur fossilfreien Zukunft soll der ökologische Fußabdruck von Gemeinde-Gebäuden und Energieverbrauchern systematisch verringert und die Energieeffizienz in Betrieben und der Landwirtschaft gesteigert werden. Doch werden sämtliche Zielgruppen einbezogen – von Gemeinden, Betrieben, Landwirtschaften bis zur Bevölkerung und für die Jugend gibt es eigene Klima-Projekte.


InterKULTUReller Begegnungsort – GenussRaum – HerzRaum – ReparaturRaum

Anja Haider-Wallner
FreuRaum eG in Eisenstadt

Anja Haider-Wallner ist Obfrau und Mitgründerin des FreuRaum, einem genossenschaftlich geführten Lokal in Eisenstadt. Als Unternehmensberaterin, die Unternehmen am Weg zur Gemeinwohl-Ökonomie-Bilanz begleitet, wollte sie mit diesem Projekt eine gemeinschaftlich getragene Genossenschaft gründen, die von Grund auf den Werten Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Demokratie und Transparenz verpflichtet ist. Der FreuRaum sieht sich als Vorbild-Projekt für ökologisch-nachhaltiges und soziales-gemeinwohlorientiertes Wirtschaften: Als InterKULTUReller Begegnungsort – GenussRaum – HerzRaum – ReparaturRaum und Nutzraum. Da erhalten Menschen mit Migrationsgeschichte eine Chance, am Arbeitsmarkt in Österreich Fuß zu fassen und Ressourcenschonung wird nicht nur im Reparaturcafé großgeschrieben.


Mit Boden unter den Füßen gestalten lernen

Veronika Kerres
VinziRast am Land in Mayerling

Veronika Kerres ist die Obfrau der VinziRast, die mit Unterstützung von Ehrenamtlichen mittlerweile 7 Projekte und Notschlafstellen für Menschen am Rande der Gesellschaft betreibt. Die VinziRast am Land ist einer dieser Orte, an dem ehemals obdachlose Menschen ein Zuhause in Gemeinschaft und auch sinnvolle Arbeit in einem sozialökonomischen Betrieb finden. Nicht weit von Wien entfernt wurde ein ehemaliges Hotel vom Architekturbüro gaupenraub in einem partizipativen Prozess umgestaltet und bietet nun die ideale Infrastruktur für dieses Vorhaben. Dabei mitzuwirken bzw. mit den eigenen Händen zu arbeiten oder auch etwas anzubauen und zu erleben, wie es gedeiht, das erdet, stärkt das Selbstwertgefühl und ermöglicht wieder “Boden unter den Füßen” zu bekommen.


Lebendigkeitszentrum – Dorfzentrum – Treffpunkt

Barbara Resl
Dorfplatz St. Andrä-Wördern

Gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Bürger*innen schuf Barbara Resl 2015 aus einem alten Hof im Zentrum von St. Andrä-Wördern einen Ort des Miteinanders. Unter dem Namen DORFPLATZ entstand ein Ort für Kunst und Kultur sowie Veranstaltungen – mit einer Hofküche als innovatives soziales Unternehmen sowie kleinen Werkstätten und Ateliers mit Kunsthandwerk, altem Handwerk und einem Gemeinschaftsbüro mit CoWorking-Space. Diesen integrativen Treffpunkt kann man wirklich als Lebendigkeitszentrum bezeichnen: Hier verdienen Menschen auf kreative Art und Weise ihren Lebensunterhalt – und es kann gespielt, geredet, gelacht, gekocht, gefeiert und gemeinsam gestaltet werden.


#SDG3 #SDG4 #SDG11 #SDG12 #SDG13 #SDG16 #SDG17 #GoodLifeGoals

Beitragsbild: greenskills Symposium Stepanek


mutmacht Puzzleteilchen 6.2.3

      • 6. Mutstrahl
      • 2. Achterbahn
      • 3. Funke

 


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